Das Reh

Das Reh wurde durch die Deutsche Wildtier Stiftung als Wildtier des Jahres 2019 ausgewählt.

Auf unseren Wanderungen und Spaziergängen durch Wald und Feld begegnen uns immer wieder diese scheuen Tiere.
Oft haben wir das Glück, dass wir die Rehe eine Weile beobachten können.
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Da Rehe bei gutem Nahrungsangebot standorttreu sind, finden wir sie immer wieder an denselben Stellen vor, wo sie äsen und ihre Nahrung aufnehmen.
Meistens bleiben Rehe einige Jahre in ihrem Revier.
Während die Rehe in den Morgen- und Abendstunden auf Auen, Wiesen und Feldern Futter und Wasser suchen, ziehen sie sich ruckzuck in den Wald oder ins Gebüsch zurück, wenn Gefahr droht.
Wir sind jedes Mal aufs Neue fasziniert von der perfekten Tarnung, mit der sich Rehe nach einem Sprung ins Gebüsch fast unsichtbar machen können.
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Rehe haben eine sehr gute Nase, sogar einen besseren Geruchssinn als Hunde!
Sie können ihren großen Feind, den Menschen schon auf etwa 300 Meter Entfernung wittern.
Wenn wir „gut im Wind stehen“ und uns nicht bewegen, bemerken uns die Rehe seltener.
Mit Ihren großen, seitlich am Kopf liegenden Augen können Rehe gut einen breiten Raum um sie herum überblicken.
Stillstehende Objekte erkennen sie hingegen kaum.
So können wir die Rehe gut beobachten, wenn wir uns still verhalten.
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Wenn die Rehe uns im Wind als Gefahr wittern, springen sie jedoch schnell und grazil in Deckung.
Manchmal können wir sie dann auch im Wald richtig laut bellen hören.
Zur Brunftzeit, also zur Paarungszeit zwischen Juli und August, kann man die Rehe am besten beobachten, denn dann sind sie durch die Partnersuche relativ abgelenkt.
Die Brunftzeit ist daher auch die Zeit, wo viele Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer fallen.
Ein Bock ist auf der Suche nach einer paarungsbereiten Ricke tagelang, und manchmal viele Kilometer weit, unterwegs zu seiner „Geliebten“.
Hat er dann sein Weibchen gefunden, folgt ein Treiben, wo der Bock der Ricke viele Stunden verfolgt.
Rehe leben während des Sommerhalbjahrs überwiegend einzeln oder in kleinen Gruppen, bestehend aus einer Ricke und ihren Kitzen.
Im Winter bilden sich Sprünge, also kleine Gruppen aus drei oder vier Tieren.
Rehe, die in der offenen Agrarlandschaft leben, bilden Sprünge von mehr als zwanzig Individuen.
Oft äsen Rehe am Straßenrand und springen ganz unverhofft auf die Straße.
In Wildwechselgebieten, nahe Wäldern und Feldern sollte man daher besonders aufmerksam und vorsichtig und langsamer fahren!
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Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, haben Rehe unterschiedliche Fellfarben:
Im Herbst und im Winter ist das Fell matt grau.
Sie fallen damit im trüben grauen „toten“ Winterwald kaum auf.
Zum Fellwechsel im Frühling wird das Fell dann rötlich braun.

Das Fell der Rehkitze ist rotbraun mit markanter weißer Punktierung auf dem Rücken und auf den Flanken.
Ab einem Alter von einem Monat verschwindet diese Fellzeichnung langsam und wird vom rötlichen Sommerfell überwachsen.
Wenn die Kitze drei Monate alt sind, zeichnen sich bei den Böcken schon auf den Stirnbeinen Fortsätze des Geweihs ab.
Diese sogenannten Rosenstöcke sind von Haut umgeben, bis diese im Dezember oder Januar abgescheuert wird.
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Das erste Geweih besteht nur aus Spitzen, die rasch abgeworfen werden.
Bei älteren Böcken kann das Geweih bis zu 600 Gramm wiegen.
Der Bast stirbt nach der Geweihbildung ab und wird im Frühling an Bäumen „abgefegt“.

Eine Besonderheit der Rehe ist die Fähigkeit der Keimruhe.
„Mit Keimruhe wird das Phänomen beschrieben, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht sofort zu einem Embryo weiterentwickelt.
Die befruchtete Eizelle nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein, hier endet der Vorgang dann aber erst einmal.
Erst nach der Keimruhe kommt es zur Teilung und die embryonale Entwicklung nimmt ihren üblichen Lauf.“
Der Vorteil der Keimruhe ist, dass das Muttertier nicht den Winter über trächtig ist, da bei dem geringen Nahrungsangebot der gesamte Stoffwechsel stark herunter gefahren wird.
Auch Herzschlag und Körpertemperatur schalten auf Sparflamme.
Störungen (und die dadurch bedingte Flucht der Tiere im Winter) erfordern sehr viel Energie und können lebensgefährlich für Rehe sein!
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Die energieaufwendige Geburt (und die Paarungszeit) liegen zeitlich sehr dicht beisammen, wenn die Natur auch ein großes Nahrungsangebot bereithält.
Genial vom Schöpfer durchdacht!
Ihr seht, Rehe sind faszinierende Wesen.

Recherche und Textquellen:
( Quelle: Wikipedia )
Habt ihr auch schon mal Rehe in freier Wildbahn beobachtet?

Natur

Kommentare (4)

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Liebe Annette!

Vielen herzlichen Dank für den schönen Bericht und die wundervollen Foto´s. Ich kann mich gar nicht satt sehen.

Ich wohne in der Nähe vom Kemnader See und wenn man hier einsame Straßen lang fährt, dann sehe ich hier und dort auch...

Liebe Annette!

Vielen herzlichen Dank für den schönen Bericht und die wundervollen Foto´s. Ich kann mich gar nicht satt sehen.

Ich wohne in der Nähe vom Kemnader See und wenn man hier einsame Straßen lang fährt, dann sehe ich hier und dort auch mal ein Reh.
Jedesmal bin ich entzückt, was die Natur für wundervolle Geschöpfe zum Vorschein bringt.

Liebe Grüße,
Natascha

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Liebe Natascha,
die Rehkitzfotos sind doch goldig, oder?
Es war ein wunderbares Erlebnis, sie auf der Wiese toben zu sehen.

Der Kemnader See ist bestimmt auch sehr spannend, den nehmen wir uns dann mal vor, wenn wir dich das nächste mal...

Liebe Natascha,
die Rehkitzfotos sind doch goldig, oder?
Es war ein wunderbares Erlebnis, sie auf der Wiese toben zu sehen.

Der Kemnader See ist bestimmt auch sehr spannend, den nehmen wir uns dann mal vor, wenn wir dich das nächste mal besuchen kommen!
Herzliche Grüße,
Annette

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Rehe sind faszinierende Wesen, erst gestern frühs auf den Weg zur Arbeit habe ich eins am Strassenrand gesehen
Liebe Grüße Leane

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Liebe Leane,
ja, am Straßenrand sehe ich auch öfters Rehe und fahre immer besonders vorsichtig ... ich möchte ja keins in der Stoßstange haben.
Allseits gute Fahrt wünsche ich dir!
Herzliche Grüße,
Annette

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