Der Hufschmied

Die Eifel ein Paradies für Reiter und Pferd! Um gesunden Hufes die herrliche Landschaft erkunden zu können, bedarf es regelmäßiger Hufpflege beim Pferd. Daher haben wir heute mal Philipp Emons, aus Hümmel bei Ahrweiler, bei seiner Arbeit als Hufschmied in der Eifel über die Schulter geschaut.

Bei unserem heutigen Besuch in Schuld soll Jimmy, ein schwerer Ardenner, seinen ersten Beschlag erhalten.
Jimmy wird unter anderem zum Holzrücken im Eifelwald eingesetzt und steht uns geduldig Modell.

Als gelernter Kunstschmied und im elterlichen Hufschmiedebetrieb aufgewachsen, trat Philipp vor 4 Jahren seine Ausbildung zum Hufschmied an und legte erfolgreich seine Prüfung in Dortmund ab.
Um präzise arbeiten zu können schärft Philipp sein Hufmesser und die Hautklinge erstmal rasierklingenscharf.
Gekonnt werden die losen Hornteile des Hufs abgetragen und der Tragrand wird mit der Ausschneidezange auf die optimale Länge gekürzt.
Die Hufunterseite wird mit dem Hufhobel gleichmäßig glatt geraspelt und gefeilt.
Jetzt ist der Huf optimal auf den Beschlag vorbereitet.
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Wichtig bei der Auswahl und der Anpassung des Hufeisens sind: die Hufgröße, die Stellung und die Winkelung des Hufs und natürlich der Verwendungszweck des Pferdes.

Es gibt eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Hufeisen und Spezialeisen, die z.B. auch bei krankhaften Veränderungen der Gliedmaße aufgearbeitet werden. Jimmy hat gesunde, große Hufe und braucht für die Arbeit im Wald Hufeisen mit eingearbeiteten Stiften.
Nachdem die passende Größe gefunden ist, soll das Eisen noch genauer auf die Form des Hufes angepasst werden.
Hierzu wird das Eisen im Ofen erhitzt und dann auf den Huf gebrannt.
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Das tut dem Pferd nicht weh, aber der aufsteigende Rauch vom verbrannten Horn ist für Jimmy noch unbekannt.
Daher gewöhnt Philipp das Pferd erstmal probeweise an den beißenden Qualm, indem er Jimmy ein Stück des abgeschnitten Hufes unter die Nüstern hält und es mit dem Eisen vorsichtig anbrennt.
Dabei wird Jimmy immer wieder gelobt für sein tapferes Stillstehen.
Und dann wird das Eisen richtig aufgebrannt und die große, stinkende Qualmwolke hüllt Schmied und Pferd dampfend ein.
Jimmy nimmt es gelassen hin.
Da, wo das Eisen noch nicht perfekt zum Huf passt, wird es noch glühend auf dem Amboss passend geschmiedet und später glatt geflext.
Letztendlich wird das Eisen mit den Hufnägeln am Huf befestigt, wobei Philipp genau weiß, wo er durch die empfindliche Hufwand nageln muss, ohne den Innenhuf zu verletzen.
Die Spitzen der eingeschlagenen Nägel werden anschließend erst nach unten weggebogen und dann abgeknipst.
Zumachen nennt man die schnellen Arbeitsgriffe wenn der den Hufnagel mit der Clincher Zange in der Hufwand versenkt wird, bevor die Hufe und die eingesenkten Nägel den letzten Schliff mit der Raspel erhalten.
Geschafft!
Noch ein wenig stacksig auf den Beinen, läuft Jimmy nun zum ersten Mal auf seinen neuen Eisen.

Pferde / Handwerk / Hümmel

Kommentare (2)

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Huhu!
Vom Hufschmied könnte man bestimmt einen s/w Kalender machen. Echt sexy! Happy

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Wir haben Holzrücker, Hufschmied, Mädels im Sägewerk und... und.. und...
Jetzt fehlt uns eigentlich nur noch ein Förster beim Holz hacken in seinem Revier. Tongue Tongue Tongue

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