Die Arenbergische Waldkapelle

Ein bisschen versteckt in den Eifelwäldern bei Hellenthal, oberhalb des Olefsees, befindet sich die Arenbergische Waldkapelle, die wir mehrmals im Jahr besuchen.

Von der Olefsee-Staumauer ausgehend links, verläuft der Weg anfangs steil bergauf über befestigte Wege.
Ausgehend von der Kapelle verläuft der Weg zurück zum Olefsee bergab auf einem kleinen, oftmals etwas rutschigem Pfad, der dann wieder auf einen befestigten Weg mündet.
Hier, in der Abgeschiedenheit umgeben von der Ruhe der Wälder, blühen im Frühjahr viele Veilchen entlang des Weges und man sieht Kröten und Salamander rund um den Olefsee
(Leider aber viel zu viele platt gefahren!)
Der Sommer bietet leuchtendes Eifelgold (Ginster) auf den sonnigen Wegen und rosa Fingerhut im schattigen Wald.
Man kann verschiedene Schmetterlinge und Insekten beobachten und natürlich auch Wild.
Vom nahegelegenen Wildfreigehege Hellenthal ziehen die Greifvögel durch die Lüfte.
Im Herbst verfärbt sich der Wald wunderschön bunt und die Kraniche überfliegen auf Ihrer Route gen Süden das Gebiet rund um den Olefsee.
Wenn dann im Winter wirklich Schnee fällt, was ja immer seltener geschieht, sieht die kleine Kapelle wie verzaubert aus. Ihren Ursprung verdankt die malerische Kapelle einem tragischen Jagdunfall:

Die kleine Kapelle ließ Herzogs Engelbert von Arenberg 1898 zum Gedächtnis an seinen Freund Graf Eduard de Briey erbauen, der an diesem Ort am 07.Mai 1897 bei einem Jagdunfall verunglückte und später an seinen Schussverletzungen verstarb.

Maurermeister Hassel aus Reifferscheid wurde mit dem Bau der Kapelle beauftragt und der Bildhauer Johann Heinen aus Hellenthal fertigte einen geschnitzten Holzaltar an und verzierte 1905 das Innere der Kapelle mit Malereien.
1923 schuf er das Kreuz an der Wand rechts neben dem Altar.
Ein Dokument von 1899 wurde in den Altarsockel eingelassen.
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Darauf heißt es:
“Der junge Graf ging am genannten Tag mittags auf Rehböcke pürschen, ihm folgte der die Büchse tragende Herzoglich Arenbergische Förster Stoll.
Letzterer strauchelte, wobei sich die Büchse entlud und der Schuß dem vorherschreitenden Herrn Grafen durch den Rücken und den Unterleib fuhr.”
Graf de Briey verstarb in der darauffolgenden Nacht in Hellenthal.

An der Wand links neben dem Altar sieht man den Nachguß einer alten Herdplatte (Takenplatte) aus der früheren Eisengießerei Arenbergs.
(FACTUM ARENBERG ANNO 1657).
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Die Einsegnung des Gotteshauses fand am 2. Mai 1899 auf den Namen des Heiligen Eduard statt.
Durch Brandstiftung und mehrmalige Verwüstungen wurde die Kapelle 1977 schwer beschädigt und das Feuer vernichtete den Holzaltar, drei der vier Kirchenbänke, sowie Altargegenstände und Holzkreuze.
Durch die abgeschiedene und recht unzugängliche Lage kamen keine Löscharbeiten zum Einsatz.
Der Innenraum der Kapelle und die Fenster musste vollständig erneuert werden und den Altar bedeckt seit dem eine Natursteinplatte.
1987 wurde die Kapelle unter Denkmalschutz gestellt und 1992 wurden durch Fördermittel der Innenraum grundlegen restauriert, sowie das Schieferdach neu eingedeckt.
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Hellenthal / Sehenswert / Natur / Wandern

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