Du kannst niemandem vertrauen

Heute stelle ich euch ein absolut hochspannendes Buch über die brisanten Themen der Nachkriegszeit vor: „Die geliehene Schuld“ von Claire Winter.


Daten zum Buch:
  • Titel: Die geliehene Schuld
  • Autor: Claire Winter
  • Verlag: Diana Randomhouse Verlagsgruppe.
  • Taschenbuch-Erstausgabe Okt. 2019 576 Seiten
  • ISBN: 978-3-453-36039-6
Über die Autorin:
Claire Winter –ist das Pseudonym der deutschen Schriftstellerin Claudia Ziegler.
Sie wurde 1968 in Berlin geboren.
Die Autorin studierte Literaturwissenschaften und arbeitete einige Jahre als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen.
Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, verliert dabei aber nie die gründliche Recherche aus den Augen.
Gerade die deutsche Nachkriegsgeschichte interessiert sie sehr.
Die Autorin macht daraus einen spannenden und gleichzeitig sachkundigen Romanstoff mit mutigen und interessanten Charakteren.
“Claire Winter Die geliehene Schuld“

Klappentext zu „Die geliehene Schuld“
1949 blicken vier junge Menschen aus Deutschland einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen.
Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los:
Sowohl für Vera und Jonathan als auch für Marie und Lina werden die Folgen des Zweiten Weltkrieges zu einer ungeahnten Gefahr.
“Claire Winter Die geliehene Schuld“
“Claire Winter Die geliehene Schuld“

Berlin, Sommer 1949:
Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren.
Sie will vor allem eines - die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen.
Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen.
Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben.
Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers.
Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.

Mein Lese-Eindruck über „Die geliehene Schuld “:
Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch gepackt.
Claire Winter hat einen so wunderbar lebendigen und flüssigen Schreibstil, ich war sofort mitten drin in Köln und in Berlin.
Der Roman spielt im Jahr 1949, der Zeit, der Nürnberger Prozesse, die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Demokratischen Republik.
Hört sich vielleicht nach langweiliger Politik an, aber wie heißt es im Roman so schön treffend:
„MORAL NIMMT IN DER POLITIK KEINEN GROSSEN PLATZ EIN, WENN ES UM WICHTIGERE INTERESSEN GEHT.“
Die Geschichte wird in zwei detaillierten und bildhaften Erzählsträngen erzählt, die ganz geschickt miteinander verknüpft werden und ineinander übergehen.

Da sind Jonathan und Vera, die sich seit Kindheitstagen kennen und die Grausamkeiten des 2. Weltkrieges überlebt haben.
Voller Hoffnung blicken sie in die Zukunft und arbeiten als Redakteure beim „Echo“.
Als Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, erhält Vera brisante Unterlagen, die Jonathan kurz vor seinem Tod an sie verschickt hat.
Vera begibt sich auf gefährliche Spurensuche und führt Jonathans Recherchen fort.
Jonathans letzte Worte an Vera scheinen sich zu verwirklichen:
„Du kannst niemandem vertrauen, keinem Freund und keinem Kollegen“.

Des Weiteren sind da Marie (Jonathans Freundin) und Lina, die beide ihren Vater im Krieg verloren haben.
Beide Freundinnen verbindet ein ungeahntes und schreckliches Geheimnis.
Die vier jungen Menschen kamen mir vor wie gute Bekannte.
Aber auch die anderen Charaktere sind alle absolut überzeugend dargestellt, dass ich sie mir leibhaftig vorstellen konnte.
Immer wieder wechseln sich die Erzählperspektiven geschickt ab und verbinden sich miteinander.
Gerade, wenn wieder eine überraschende, mitunter sehr bewegende Wendung in der Geschichte passiert, fühlt man sich als Leser oft wie vor den Kopf gestoßen und muss unbedingt weiter lesen.
Erschreckend, dass seit Anfang der BRD die Täter von früher noch immer ein Wort mitzureden haben.
Erschreckend auch, dass die britischen, russischen und amerikanischen Geheimdienste vor nichts zurückschrecken und irgendwie alle unter einer Decke stecken.
Selbst die Kirche, die „neue“ Politik und all die einflussreichen Leute halten zusammen.
So lebendig, spannend und interessant werden die wahren Hintergründe der Story geschickt mit der Geschichte der fiktiven Protagonisten verbunden, dass ich letztendlich auch keinem mehr getraut habe.
Ich konnte die Verunsicherung und die Angst von Vera regelrecht spüren, die Sehnsucht von Marie und Jonathan und diese unglaubliche Sanftmut von Lina.
MEIN FAZIT:
Selten hat mich ein Roman so sehr in den Bann gezogen und bewegt wie „Die geliehene Schuld“ von Claire Winter.
Eine absolut spannende und gelungene Komposition aus Wahrheit und Fiktion! Super recherchiert und dem Leser wirklich interessant und lebendig rübergebracht!
Eine klare Leseempfehlung mit 5 Sternen PLUS!

Buchrezension, Roman, Randomhouse, Claire Winter, Diana Verlag

Kommentare (4)

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DAs klingt nach einen interessanten Roman
Liebe Grüße Leane

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Hallo Leane,
oh ja, mega interessant und SPANNEND!
Herzliche Grüße,
Annette

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Hey!
Das klingt nach einem gelungenen Roman. Der Ware auch was für mich. Schreibe ich direkt auf meine Liste!
Liebe Grüße
Dani

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Hallo Dani,
oh ja, das ist er wirklich:absolut gelungen.
Auch wenn man sich nicht für die Nachkriegszeit interressieren würde, ist er mega spannend!
Herzliche Grüße,
Annette

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