Nahrungsnetze für Artenvielfalt

Nahrungsnetze für Artenvielfalt

Natur Buchrezension Naturschutz Pala Verlag Sigrid Tinz

Pflanzen, Pflanzenfresser und Fleischfresser sind alle Teile des Nahrungsnetzes und bilden die Grundlage der Artenvielfalt.

Gerade in unseren Gärten und in der Kulturlandschaft, auf Wiesen, Äckern und Wäldern und im Meer wird durch uns Menschen stark in den natürlichen Kreislauf der Natur eingegriffen.
Die Artenvielfalt schwindet immer mehr.
Buchrückentext:
Igel schützen, Bienen helfen, Vögel füttern: Projekte zum Schutz bedrohter Arten sind beliebt.
Aber sie reichen nicht aus, um die Biodiversität zu erhalten.
Ohne Blattläuse werden Vogelküken nicht satt, ohne Springschwänze und Asseln entsteht kein Humus, ohne fruchtbaren Boden gibt es keine Blüten für die Bienen.

Mit ihrem Buch macht Sigrid Tinz deutlich, warum auch die unscheinbaren, unbeliebten und unbekannten Arten im großen Netzwerk der Natur so wichtig sind.
Dazu nimmt die Geoökologin verschiedene Lebensräume im Garten und in der Landschaft genauer unter die Lupe und beschreibt unterhaltsam und fundiert, wie wichtig die einzelnen Akteure der Nahrungsnetze und ihre komplexen Beziehungsgeflechte sind.
Gartenboden, Blumenbeet, Wiese oder Mauer werden so zu Schauplätzen des Fressens und gefressen werden.
Im Vergleich zu den spektakulären Nahrungsnetzen der ostafrikanischen Savanne oder des arktischen Meeres ist vor unserer Haustür alles ein bisschen kleiner und unspektakulärer, bei genauer Betrachtung aber genauso spannend und schützenswert.


Mit diesem Buch wächst das Verständnis für die Bedeutung der vielfältigen Beziehungen innerhalb der Ökosysteme – vor allem für uns Menschen.
Daten zum Buch:
  • Nahrungsnetze für Artenvielfalt
  • Ein Buch vom Fressen und Gefressenwerden
  • Autorin: Sigrid Tinz
  • Illustrator: Margret Schneevoigt
  • Gebundene Ausgabe, 160 Seiten
  • Verlag: Pala
  • ISBN 978-3-89566-417-5
Über die Autorin:
Sigrid Tinz ist freie Journalistin, Autorin und Referentin für Umwelt-, Natur- und Gartenthemen.
Die Geoökologin lebte mit ihren vier Kindern und der Katzendame Miezi lange im Münsterland und nun in Hannover.
Ökologische Zusammenhänge zu vermitteln und Lebensräume der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu fördern und zu schützen, liegt ihr am Herzen.
Sowohl beruflich als auch privat.
In ihrem neu erschienenen Buch „Nahrungsnetze für Artenvielfalt“ nimmt Sigrid Tinz verschiedene Lebensräume genauer unter die Lupe.
Sie verdeutlicht, wie wichtig die einzelnen Akteure und ihre Beziehungsgeflechte im großen Netzwerk der Natur und für das gesamte Ökosystem sind.

Über den Inhalt:
In der Rubrik „Ab nach draußen. Ein Netz voller Arten“ erklärt die Autorin auf unterhaltsame und kompetente Art die Zusammenhänge zwischen Tieren und Pflanzen in den Lebensräumen direkt vor unserer Haustür:
Unser Garten, Boden, Beete Wiesen und Hecken, Streuobstwiesen, Tümpel, Mauern, Stall und Wege.
Selbst in Gleisbetten und Friedhöfe gibt es erstaunliche Nahrungsnetze.
Als Beispiel nehme ich mal die selten gewordenen Kuhfladen auf den Weiden (da immer Mehr Kühe im Stall gehalten werden):

Sie sind ein wahres Paradies für über 200 Insektenarten, die den Kuhfladen zersetzen und wiederverwerten.
Mit den Kuhfladen und seinen Insekten werden auch Schwalben, Igel, Käfer, Spitzmäuse und sogar Fledermäuse ernährt.
Täglich verschwinden 150 Pflanzen- und Tierarten - und bald auch die Schwalben- von unserer schönen Erde, da ist es umso wichtiger, dass statt deutschem Einheitsrasen und Thuja-Hecke, siebenfacher Wiesenmahd und Monokulturen lieber unordentliche, wilde Ecken im Garten so belassen werden, wie sie sind und auf Weiden und Feldern naturbelassene Rückzugsorte bleiben.

Dass auch Schwalben oder Kröten von Mikroplastik bedroht sind, wird in einem der grau unterlegten Texte erläutert.
Ebenso stelle Sigrid Tinz dort besonders seltene, schützenswerte Arten vor oder erklärt verschiedene Begriffe und wissenswerte Erkenntnisse z.B. über die Evolution.
Anschauliche Schwarz-weiß Illustrationen geben Einblick in das „Fressen und gefressen werden“ in den jeweiligen Lebensräumen.
Das letzte Kapitel ist uns Menschen gewidmet – und den Ratten, die, ob wir es glauben oder nicht, ebenfalls ein wichtiger Bestandteil im Lebenskreislauf sind.
Im Anhang findet der Leser noch eine ganze Menge weiterführende Literatur.
Mein Fazit:
Ein sehr informativer Ratgeber für Gartenfreunde und natürlich für Naturschützer und Menschen, die etwas gegen die fortschreitende Zerstörung unserer Natur und Artenvielfalt tun möchten.
Danke an den PALA Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar

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