Naturschönheiten im Hohen Venn

Naturschönheiten im Hohen Venn

Sehenswert Natur Wandern

Das Hohe Venn ist ein Paradies für Wanderer mit einer atemberaubenden Landschaft, zum größten Teil aus Hochmoor- und Heidelandschaft, mit vielen Facetten, Farben und Stimmungen. Gerade jetzt im Herbst erfreut die Farbenpracht Herz und Sinne!

Eine schöne Vennwanderung für Einsteiger haben wir im Buch „Historische Pfade Eifel“ gefunden, welches wir euch hier auf unserem BLOG bereits vorgestellt haben.
Dieser kurze und leichte Rundweg bietet einen tollen Einblick in die abwechslungsreiche Landschaft des Hohen Venns.
Unser Startpunkt ist ein Parplatz zwischen Mützennich und Nahtsief an der Eupenerstr.
Parallel zur Landstraße N67 laufen wir an herbstlich bunten Hecken entlang Richtung Mützenich Parkplatz Fliegerhügel.
Hier stoßen wir auf das Schmugglerdenkmal.
In der Nachkriegszeit boomte der Kaffee- und Zigaretten Schmuggel entlang der Deutsch-Belgischen Grenze.
Auch Kinder, später dann organisierte Banden, schmuggelten erfolgreich im Hohen Venn.

Wir folgen Dem Wegweiser „Kaiser Karls Bettstatt“ und gelangen auf einen Forstweg.
Kurze Zeit später kann man links über einen Holzsteg zu einem Palsen laufen.
Der Steg ist in der morgendlichen Kälte noch frostig und sehr rutschig!
Dieser Palsen, ein „Tümpel“ ist ein eiszeitlicher Überrest von Frosthügeln, die durch die Eisschmelze vernässten und dann das Moor bildeten.
Durch den Torfabbau wurden die Palsen entwässert und trockengelegt, aber jetzt darf sich der Palsen ungestört wieder der Natur fügen.
Bis in den Oktober hinein bietet der Palsen mit seinen Wasserstellen, Torfmoosen und Schwingrasen Lebensraum für seltene Libellen wie derTorf Mosaik Jungfer.
Zurück auf dem Forstweg gelangen wir schnell zu einem Aussichtsturm.
Den Blick über die Landschaft hatte ich mir spektakulärer vorgestellt.
Mein Herz schlug stattdessen höher, als ich eine wunderschöne Raupe des Buchen-Streckfuß (Calliteara pudibunda) entdeckt habe.
Kaum zu glauben, dass diese hübsche, auffällige Raupe ein eher unscheinbarer grauer Falter wird.


Es geht weiter Richtung Kaiser Karls Bettstatt.
Schattig und noch immer frostig liegen zwei dicke Felsbrocken im Wald.
Also hier soll Kaiser Karl der Große übernachtet haben, weil er sich auf der Jagd verirrt hat?
Ich habe kein Probeliegen vollzogen auf dem kalten Stein.
Weiter geht es über einen kleinen Trampelpfad durch den kühlen Wald.
Der Herbstmorgen ist im Schatten noch feucht und kalt und verwandelt kleine Spinnweben in glitzernde Tauperlenketten.
Die frühen Sonnenstrahlen zaubern wunderschöne Lichteffekte.


Schnell gelangen wir in die offene Landschaft des Venns und können uns in der Sonne wieder aufwärmen.
Unser Weg verläuft nun überwiegend über die typischen Holzstege und über matschige Wegpassagen.
Die Moorbirken haben schon ihr Laub abgeworfen, aber das Pfeifengras leuchtet beinahe goldgelb.
Knapp eine Stunde laufen wir entlang herbstlichbrauner Farnflächen und leuchtendroter Sumpfheidelbeerbüschen, die den Heidelbeeren zum Verwechseln ähnlich sehen.
Aber die Sumpfheidelbeere ist leicht giftig und der Verzehr der Beeren kann zu rauschartigen Vergiftungserscheinungen führen.
Daher wird sie wohl auch Rauschbeere genannt.
Hölzerne Wegweiser führen uns zum völlig überfüllten Parkplatz Nahtsief, wo wir die Landstraße N67 überqueren und ins Brackvenn gelangen.


Auch hier gibt es wieder einige Palsen, die man übrigens auch Mooraugen nennt.
Sie leuchten in der Sonne himmelblau!
Über die scheinbar unendlich langen Holzstege halten wir uns rechts und folgen dem Rundweg Richtung Feuerturm.
2011 gab es einen riesigen Vennbrand der knapp 1000 Hektar erfasste.
Feuer im Hochmoor ist nur sehr schwer zu löschen, da das Gras und die Büsche oft sehr trocken sind.
Es reicht bereits ein kleiner Funke für eine verheerende Brandkatastrophe.
Verständlich, dass Rauchen im Venn verboten ist, und viele Wege gerade im Sommer wegen zu hoher Brandgefahr gesperrt sind, erkennbar an einer roten Flagge.
Heute sieht man kaum noch etwas von dem Großbrand und wir erfreuen uns an den Naturschönheiten.
Totholz und grüne Gräser bilden einen herrlichen Kontrast zu dem tiefblauen Wasser der Mooraugen.

Irgendwie vergeht die Zeit im Venn immer wie im Flug.
Nach all den Holzstegen bin ich froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, als wir kurze Zeit später durch ein Waldstück parallel zur Landstraße wieder unseren Startpunkt erreichen.
Eine sehr schöne Rundwanderung, bei der man selbst am Wochenende auch (teilweise) die Ruhe der bezaubernden Vennlandschaft genießen kann.

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