Wer ist eigentlich „JUDIT.H“?

Der Name JUDIT.H ist in den letzten Jahren immer häufiger ins Gespräch gekommen, aber so viele Eifeler wissen gar nicht, was es damit auf sich hat.
JUDIT.H steht für den Arbeitskreis „Geschichte der Juden im Tal, Hellenthal“, der seit 2004 existiert und eng mit dem Heimatverein Rescheid e.V. verbunden ist.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises treffen sich zur Spurensuche, um historische Fakten auszuwerten und die jüdische Geschichte im Schleidener Tal aufzuarbeiten.
Menschen, ehemalige Eifeler Bürger und Nachbarn werden in Erinnerung gebracht und beim Namen genannt.

„Wir hatten uns anfangs drei große Ziele gesetzt“, erklärt JUDIT.H, „die Errichtung eines Mahnmals am ehemaligen Standort der Synagoge in Blumenthal, eine Ausstellung konzipieren und eine Broschüre erstellen“.

2008 wurde die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ realisiert, und auch das Mahnmal konnte enthüllt werden.
Dazu wurde ein Kunstwettbewerb ausgerichtet.
Viele Künstler haben sich betätigt, und nach Absprache mit der jüdischen Gemeinde in Aachen wurde die Arbeit von Maggi Töpfer ausgewählt und am 9. November 2008 enthüllt.
Margot Heuman, in Hellenthal geborene jüdische Eifelerin, konnte in New York ausfindig gemacht werden und wurde in ihren Geburtsort eingeladen.
Mit 80 Jahren nahm sie die Einladung an und reiste zur Enthüllung nach Deutschland.

„Wenn man sich jahrelang mit der Geschichte der Menschen beschäftigt, dann kennt man die Schicksale“, erzählt JUDIT.H „Man bekommt eine Beziehung zu den Menschen und es ist sehr bewegend, wenn man diese Menschen oder deren Familie kennenlernt.“

2013 wurden die ersten „Stolpersteine“ verlegt für alle Opfer des Nazi-Terrors zwischen 1933 und 1945.
Diese kleinen, „goldenen“ Pflastersteine erinnern an die Namen der Menschen, unsere ehemaligen Nachbarn.
20141123 001
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„Dank Internet ist es heute viel leichter ehemalige, noch lebende jüdische Eifeler oder deren Nachkommen ausfindig zu machen“, freut sich JUDIT.H„
Es ist ein riesiges Erfolgserlebnis, wenn diese Familien die Strapazen der Reise auf sich nehmen und unserer Einladung nach Deutschland Folge leisten.

“Die Kosten der Programmgestaltung für die Gäste übernimmt der Arbeitskreis, eventuell sogar anteilige Reisekosten.
Finanziert und unterstützt wird die Arbeit durch spontane Spenden von Privatleuten, die Gemeinde Hellenthal, Institutionen, Banken, die NRW-Stiftung und auch durch Kollekten der Kirchen.
Bei Vorträgen und Filmaufführungen wird eine Spendenbox aufgestellt.
„Die Reaktionen und Beteiligungen der Bevölkerung schwanken, je nach lokalem Bezug, die Ausstellungen und Vorträge werden gut besucht.
„Die Fertigstellung der Broschüre hat etwas länger gedauert“, erklärt JUDIT.H, „aus den ursprünglich von JUDIT.H geplanten 50 Seiten wurde mittlerweile von Autor Walter Hanf ein Buch mit rund 540 Seiten zusammengetragen“.
Das Buch trägt den Titel „Juden im oberen Oleftal“ und wird im Januar 2015 auf den Markt kommen.
20141123 003
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„Auch unsere Arbeit mit den Stolpersteinen ist noch lange nicht abgeschlossen“, betont JUDIT.H
„Wir wollen nicht nur für ein paar Menschen die Steine verlegen, sondern für alle, die gelitten haben, vertrieben und ermordet wurden!
Damit werden wir noch eine lange Zeit unseres Lebens beschäftigt sein!“
Übrigens, weitere Mitstreiter für die Arbeitsgemeinschaft sind gerne willkommen.

Hellenthal / Schleiden / Walter Hanf

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